Naturerlebnispädagogik für nachhaltige Entwicklung

 

Natur erleben im Wald und in der Küche - das Fundament für eine nachhaltige Entwicklung?


Ja. Naturerlebnis-Pädagogik bedeutet Eintauchen in die Natur in Bewegung und Spiel, in sinnlicher Wahrnehmung, mit Entdeckergeist, in künstlerisch-kreativem Ausdruck und in Meditation (siehe Literaturliste). Das fördert die körperlichen Widerstandskräfte genauso wie die seelischen Selbstheilungskräfte. Entschleunigung, Verwurzelung in der Natur und das Erleben des eigenen Selbst als Naturwesen legen eine tiefe Basis für eine achtsame, respektvolle Haltung zur Natur.

 

Grüne Landschaften wie Wälder, Wiesen, Gärten, Blumen verstärken positive Gefühle wie Freude und Glück und mindern negative Gefühle wie Angst oder Aggressivität. Grüne Landschaften reduzieren Stress, Natur- und Wildniserfahrungen stärken das Selbstwertgefühl. Aktiver und passiver Umgang mit der Natur erhöht die geistige Mobilität und verlangsamt kognitive Ermüdung. Je grüner das Umfeld, desto geringer die Hyperaktivität von Kindern - je größer die Gruppe und je kleiner die Räume, desto stärker ADHS ( Rainer Brämer, Natursoziologie.de).

 

Kraftvolle Kindheitserinnerungen der Liebe zur Natur lassen uns auch als Erwachsene eher Natur und Umwelt schützen als das rein kognitiv-theoretische und oft zu wenig lebensnahe schulische Umweltwissen. Denn "Wissen" im Bauch und im Herzen ist mächtiger als Wissen im Kopf.

Natur erleben in der Küche: Ich halte es für wichtig, dass Kinder sich nicht an den Einheitsgeschmack von Fertigprodukten und Softdrinks gewöhnen, sondern naturbelassene Lebensmittel kennenlernen - am besten schon auf dem Feld, spätestens aber in der Bio-Kiste und während der Verarbeitung in der Küche. Die sinnliche Beziehung zu Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten oder Getreide kann die Grundlage bilden für die späteren Einkaufs-, Koch- und Essgewohnheiten der Kinder - und für die spätere Einsicht in die Notwendigkeit einer ökologischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Erziehung zu nachhaltiger Ernährung ist auch das Jahresthema 2012 der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung.

"Gibt es ein schöneres Geschenk an Mutter Erde, als dass wir unsere Kinder wieder zu ihr bringen?"

 

Zitat eines Mannes nach vier Fastentagen und -nächten im Wald