Mit Kindern kochen

Essen ist mehr als satt werden. Obst und Gemüse hat seine eigene Schönheit, riecht gut, sieht interessant aus und lässt sich gefahrlos von Kleinkinderhand erforschen. Essen anfassen und riechen ist bei mir ausdrücklich erlaubt. 

 

Unsere Nahrungsmittel sind aus kontrolliert biologischem Anbau (Demeter, Bioland, Naturland, aber auch EU-Bio) und vorzugsweise regionaler Herkunft. Erdbeerkuchen im Winter wird es daher nicht geben - dafür freuen wir uns aber ganz lange auf den Mai. Zucker findet selten den Weg in unser Essen - und wenn doch, dann als Ahornsirup, Honig oder Vollrohrzucker. Reis, Dinkel, Hirse, Nudeln und Mehl sind Vollkorn. Auf Fleisch verzichten wir. Ein Stück Fisch (z.B. mit dem MSC-Siegel) landet aber durchaus bisweilen auf unseren Tellern. 

 

Was können Kleinkinder in der Küche entdecken und mithelfen?

  • Salat zupfen - manche Stücke werden dann ganz klein, andere bleiben in Originalgröße
  • Fenchel, Kohlrabi oder Mangold in aller Ruhe und Sinnlichkeit auseinander nehmen - Sie können sicher sein, dadurch steigt die kindliche Lust, das fertig gekochte Gemüse selbst zu probieren und es ist ein großer Spaß, es selbst in der nächsten Bio-Kiste wieder zu erkennen und schon benennen zu können
  • Zwiebelschalen abpiddeln - natürlich mit der Erfahrung, dass die Tränen kommen, wenn man zu viel Zwiebelduft eingeatmet hat
  • Suppe umrühren - das geht manchmal leicht, wenn die Suppe sehr flüssig ist, und manchmal ganz schwer, wenn die Suppe zu fest ist
  • Bohnen oder Linsen für den nächsten Tag einweichen - und dabei ewig die kleinen Hände im Einweichwasser baden
  • Mehl in die Teigschüssel oder Reis in den Kochtopf schütten - für mich mit der Konsequenz, dass schon mal einiges daneben geht
  • den Mixer festhalten - und dabei lernen, dass man ihn IN den Teig, nicht darüber halten muss
  • gekochte Eier schälen - einschließlich der Erfahrung, dass Reststückchen Kalkschale gar nicht gut schmecken, wenn man sie vorher übersehen hat
  • den Pizzaboden mit Olivenöl und Tomatenmark bestreichen (und dabei genau hinschauen, dass überall was hinkommt) und dann mit Gemüse belegen
  • (von mir) klein geschnittene Zutaten vom Schneidebrett in die Pfanne schieben
  • und ... und ... und ...

 

Zuckerarm - auch an Kindergeburtstagen

Zucker, vor allem weißer Kristallzucker, ist schädlich für die Zähne, weil er Karies fördert. Aber auch das Immunsystem freut sich über zuckerarme Ernährung. Deshalb verzichten wir auf Süßigkeiten wie Schokolade oder Gummibärchen - auch an Kindergeburtstagen, und all den anderen Feiertagen. Übrigens: Auch im Frühstücksmüsli-Mix und in Ketchup steckt meist ganz schön viel Zucker - deshalb kommt beides in zuckerfreier Variante auf den Tisch. Ein Geburtstagskuchen kann auch die halbe Rezeptmenge (Vollrohr-)zucker enthalten und mit Vollkornmehl gebacken sein und schmeckt auch ohne Smarties oder Zuckerglasur oben drauf. Alternativ freuen sich Kinder auch einfach über (ungezuckertes) selbstgemachtes Popkorn aus Maiskörnern oder selbst gebackene herzhafte Waffeln mit Kürbis oder Zucchini - oder über Obstsorten raten.

 

Warum am liebsten Tees und Wasser?

Zuckerhaltige Getränke wie Cola, Fanta oder jede andere Limonade sind ebenso ungesund wie gesüßte Fruchtsäfte. Aber selbst ungesüßte trübe Fruchtsäfte enthalten so viel natürliche Süße, dass Kinder unnötig an "süß" gewöhnt werden. Selbst diese ungesüßten Fruchtsäfte sind deshalb bei uns nur eine Ausnahme - zum Beispiel zum Geburtstag.

 

 

"Mit Kalorien- und Zuckerbomben verdienen Unternehmen oft einfach mehr

als mit Obst, Gemüse oder Haferflocken."


Quelle: Foodwatch (2012): Kinder kaufen.
Wie die Lebensmittelindustrie Kinder zur falschen Ernährung verführt, Eltern täuscht und die Verantwortung abschiebt.

"Gibt es ein schöneres Geschenk an Mutter Erde, als dass wir unsere Kinder wieder zu ihr bringen?"

 

Zitat eines Mannes nach vier Fastentagen und -nächten im Wald